C4ISR
C4ISR — Command, Control, Communications, Computers, Intelligence, Surveillance, Reconnaissance — ist kein Waffensystem an sich, sondern das „zentrale Nervensystem", das alle anderen Systeme miteinander verbindet. Ein Gefecht des 21. Jahrhunderts wird gewonnen, indem die OODA-Schleife (Observe-Orient-Decide-Act) schneller gedreht wird als der Gegner; der C4ISR-Stack bestimmt, wie viele Sekunden eine Kette von Erfassung bis Effektor benötigt. Klassische „Kill Chain" für Luftverteidigung war Minuten; modern (Patriot oder Aegis mit JTNS, Link 22 + CEC-Datenlinks) Sekunden; zukünftig (JADC2-integriert KI-unterstützt, mit Maven Smart System) wird sub-sekundär. Drei Teilbereiche dominieren den Markt: AEW&C / AWACS (luftgestützte Radar-Posten für Verfolgung über den Horizont), netzzentrische Datenlinks (Link 16 für Luft und See; Link 22 als Nachfolger; CEC für kooperative Bekämpfung; MADL für Stealth-Jets) und Battle-Management-Software (Aegis CMS, JADC2, Maven). Der entscheidende jüngste Trend ist, dass KI-Modelle in BMS-Software — Palantirs Maven Smart System, Anduril Lattice — direkten Sensoreingang von Satelliten + Drohnen + Radaren in Klassifikationsbäume einspeisen und einer Gefechtsstabsstelle eine priorisierte Zielliste in Sekunden statt Stunden vorlegen. Das Pentagon beauftragte Palantir 2024 mit 480 Mio. USD für eine Maven-Erweiterung; NATO beauftragte Maven 2025 mit 0,6 Mrd. USD.
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